Interview - Rektorin Sabine Jaggy
Die Rektorin der HSW Luzern tritt auf den 30. März 2008 nach sieben Jahren von ihrem Amt zurück.
In ihrer Amtszeit hat sich an der HSW Luzern, heute Hochschule Luzern Wirtschaft, einiges verändert. Sabine Jaggy hat viel erreicht: „Die HSW ist enorm gewachsen und hat einen guten Ruf. Wir haben zwei neue Studiengänge geschaffen und ein weiteres Institut gegründet“, sagt Sabine Jaggy im Interview. Auch ist in den letzten Jahren die Umstellung auf das Bologna-System vollzogen worden. Begeistert spricht Sabine Jaggy über ihre Mitarbeitenden: “Viele sprudeln vor Ideen und sind sehr engagiert.“ Die grossen Veränderungen an der HSW in den letzten Jahren konnten aber nicht immer reibungslos vollzogen werden. „Bei Veränderungen gibt es immer wieder Widerstände, weil sich einige nicht auf Neues einlassen wollen“, sagt Sabine Jaggy. Auch sei die politische Diskussion um die Masterstudiengänge nicht einfach. „Da haben die Univer-sitäten Vorteile gegenüber den Fachhochschulen“, meint Sabine Jaggy.
Angewiesen auf Zusammenarbeit mit Alumni HSW
Die Bologna-Reform bedeutete auch für die GLB, heute Alumni HSW, grosse Ände-rungen. Sabine Jaggy hat sich sehr für den Ehemaligen-Verein der HSW eingesetzt. „Wir sind auf eine gute Zusammenarbeit mit der Alumni HSW angewiesen“, meint Sabine Jaggy. Durch eine gute Zusammenarbeit könne die HSW die Vernetzung in die Praxis verstärken und bekomme dadurch Inputs fachlicher Art.
Träume jetzt verwirklichen
Eine ihrer Aufgabe als Rektorin war, gute Rahmenbedingungen für Bestehendes und Neues zu schaffen, wie zum Beispiel finanzielle Mittel sprechen oder den politischen Weg ebnen. „Das gut funktionierende Leitungsteam werde ich nach meinem Rücktritt vermissen“, meint Sabine Jaggy. Denn ein Team werde sie als selbstständige Beraterin für Bildungsinstitutionen nicht mehr haben.
Aber weshalb tritt Sabine Jaggy zurück? Sie hat schon lange davon geträumt sich selbstständig zu machen. „Jetzt ist genau der richtige Moment gekommen, um diesen Traum zu verwirklichen und mich einer neuen Herausforderung zu stellen“, sagt Sabine Jaggy. Zudem seien sieben Jahre eine gute Zeit um eine Unternehmung zu führen. „Ich habe in dieser Zeit viel erreicht und könnte in den nächsten sieben Jahren nicht mehr so viel erreichen“, meint Sabine Jaggy. Sie habe ein geringes Sicherheitsbedürfnis und wage sich deshalb gerne an eine neue Herausforderung heran.
Spannende Projekte in Aussicht
Mit ihrer jahrelangen Erfahrung im Bildungsbereich wird sie in ihrer neuen Tätigkeit Bildungsinstitutionen in Strategie- und Organisationsfragen beraten. Ihre erste Aufgabe ist schon bekannt. Sabine Jaggy wird an der Hochschule Luzern ein Projekt-team leiten, welches die neue gemeinsame Strategie und die Führungsstruktur erar-beitet. „Dieses Projekt hat mich sehr gereizt“, sagt Sabine Jaggy. In den nächsten fünf bis sechs Jahren beabsichtigt sie, 100 Prozent zu arbeiten. „Danach möchte ich die Arbeitszeit langsam reduzieren“, meint Sabine Jaggy. Neben ihrer Arbeit als Rektorin der HSW Luzern hat Sabine Jaggy seit kurzem noch ein intensives Hobby. Sie führt in Hochdorf eine Vinothek und mit ihrem Mann zusammen noch ein kleines Restaurant. „Weine waren schon lange mein Hobby und mit der Vinothek habe ich mir neben der Selbstständigkeit einen weiteren Traum erfüllt“, sagte Sabine Jaggy.
Wir wünschen Sabine Jaggy viel Erfolg in ihrer neuen Herausforderung und danken ihr für ihre gute Zusammenarbeit mit der Alumni HSW Luzern. Selina Villiger
Eine Kurzversion des Interviews befindet sich im Newsletter Ausgabe 3, November 2007
